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Es werden Posts vom September, 2010 angezeigt.

»Die Lehrerin kommt!«

»Die Lehrerin kommt!«
Die Statistik behauptet, daß Mädchenlehrer und Lehrerinnen zu den langlebigsten Menschen zählen. Hingegen versichern eben diese höchst ehrenwerthen Pädagogen und Pädagoginnen, daß ärgerlichere und ränkevollere Plagegeister, als heranreifende Schülerinnen, nicht zu erdenken seien. Das läßt sich schwer zusammenreimen! Entweder enthält der Stachel jener jugendlichen Teufeleien und Schelmenstreiche kein sonderlich wirksames Gift oder es ist irgend ein Gegengift dabei im Spiele. Letzteres ist meine Meinung, und das reizende Spitzer’sche Bild ist wie beschaffen, um sie begründen zu helfen. So gewinne es doch einmal irgend ein Sauertopf über sich, angesichts des Zwischenstundenunfugs dieser übermuthigen Backfischchen sich pädagogisch zu entrüsten! Pädagogisch vielleicht, aber sicher nicht persönlich. Es sind Mädchen, welche da tollen – das ist das ganze Geheimnis. Ja – alle die tausend Reize, mit denen die aufgeblühte Weiblichkeit bestrickt und entwaffnet: jenes geheime …

Friedrich Hofmann - Das öffentliche Elend

Das öffentliche Elend. Ein Beitrag zur Vagabundenfrage von Friedrich Hofmann.
Ja, das öffentlichste: es läuft am hellen Tage auf Straßen und Gassen herum, und Jedermann kennt es, aber nur von außen und unter einer Firma, die nach und nach einen ganzen, an sich ehrenwerthen Stand verdächtigt hat, den der ehemaligen wandernden Handwerksbursche. Wenn ehedem ein solcher Wandergeselle, mit dem Wachstuch überm Hut, dem festen Knotenstock in der Hand und dem Felleisen auf dem Rücken die Straße daher kam und als »armer Reisender« um einen Zehrpfennig bat, so ward ihm felten die Gabe versagt, auch wenn sein Aeußeres verrieth, daß die landübliche dreijährige Wanderzeit schon längst von ihm überschritten sein müsse. Man wußte, daß die damals noch herrschenden Zunfteinrichtungen, um den »goldenen Boden« des Handwerks nach Möglichkeit zu schützen, oft an Bestimmungen fest hielten, die man nicht anders als sehr hartherzig und selbstsüchtig nennen konnte. Da von jeher die Zahl der arbeitsuchenden Wand…

Inge von Holtzendorff – Das Fest der Herzogin

Inge von Holtzendorff – Das Fest der Herzogin
Drama
Oesterheld & Co. Verlag, Berlin, 1920

Bitte beachten Sie, daß die Werke von Inge von Holtzendorff dem Urheberrecht unterliegen. Alle Rechte liegen bei den Erben.
© 2007/2010 ngiyaw eBooks für diese Veröffentlichung.
            Personen:
            Die Herzogin
            Der Kämmerer
            Giampietro, Kulli (Narren)
            Musikanten, Pagen, Bediente, Herren, Damen, Zofen
            Ort: ein sehr lustiger Saal.

            Eine Menge von Dienern und Pagen ist beschäftigt, Vorbereitungen für ein großes Fest zu treffen. Musikanten stimmen ihre Instrumente.

            EIN PAGE

            (schleppt eine Blumenkette herbei)

            Weg hier! Die Kette, die große Blumenkette.


            EIN ANDERER

            Seit wann wird denn der Saal mit Blumenketten behängt?


            EIN DRITTER

            Pfui, als ob wir alte Jungfern wären und solchen Schmuck brauchten!


            EIN VIERTER

            Mit solchen …