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Die fünfte Charlatanerie - Arnold

Historische Mühle von Sanssouci


Die fünfte Charlatanerie - Arnold


Arnold. Ein in der Kirchen- und dermalen auch in der Justitzgeschichte berühmt gewordener Name. Der letzte ein Müller seines Handwerks, gab als eine kleine Ursach zu großen Wirkungen Anlaß – wie denn kleine Dinge mehrmalen zu großen Revolutionen Gelegenheit gegeben haben. Das verarmte ohnmächtige Wässerchen was seine Mühlräder nicht treiben konnte, spühlte einen Großkanzler von seiner Stelle und erhielt Kraft durch das allmächtige Wort des Königs einen neuen Chef der Justitz herzuführen – es fuhr wie eine Sündfluth durch die Krümmungen der Rechtsgänge, daß die Advokaten ersoffen und der alte Codex dem Herkulanum gleich zu Grunde gieng. – Wenn Maria zu Bethlehem nicht im Stalle und in der Gesellschaft, wie geschrieben stehet, akouschirt hätte, so würden wir hiesigen Orts noch den Jupiter, oder die Irmensäule verehren, und wenn Arnolds Mutter abortirt hätte: so wäre der jetzige Justitzministre von Schlesien noch Präsident in Cleve. 

aus: (August Friedrich Cranz), Charlatanerien in alphabetischer Ordnung als Beyträge zur Abbildung und zu den Meynungen des Jahrhunderts, Erster Abschnitt, Auf Kosten des Verfassers, Berlin, 1781

Anmerkung von ngiyaw eBooks: Die Legende besagt, dass sich Friedrich der Große durch das Geklapper der Mühlenflügel gestört fühlte und dem Müller Johann Wilhelm Grävenitz den Kauf der Mühle angeboten habe. Auf dessen Ablehnung soll der König gedroht haben: „Weiß Er denn nicht, daß ich Ihm kraft meiner königlichen Macht die Mühle wegnehmen kann, ohne auch nur einen Groschen dafür zu bezahlen?“ Worauf der Müller geantwortet haben soll: „Gewiß, Euer Majestät, das könnten Euer Majestät wohl tun, wenn es – mit Verlaub gesagt – nicht das Kammergericht in Berlin gäbe.“ (Quelle: wikipedia)



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