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Es werden Posts vom November, 2014 angezeigt.

Lisbeth Lindemann - Mein Hund

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Mein Hund
von Lindemann-Küßner



Mein Hund ist ein merkwürdiges Vieh. Ein sonderbarer Kerl, — ich glaube, es steckt eine gefangene Menschenseele in ihm. Er kann sogar lachen. Ich meine damit nicht das nervöse Zucken mit dem Maul, das manche Hunde an sich haben, nein, er kann wirklich lachen; vom hellen, freudigen Lachen, mit dem er mich bewillkommt, bis zum Verlegenheitslächeln, wenn er irgend etwas getan hat, was er nicht tun sollte, und noch nicht weiß, wie die Sache ausgehn wird.
Schwarz ist er. Rasse: Mops-Pudel-Pinscher-Dachs; vielleicht nicht ganz so schlimm, er sieht verhältnismäßig ganz anständig aus. Augen hat er wie ein Mensch, d. h. ein treuer Mensch. Große, schwarzbraune Augen, die er nachdenklich hin und her kugelt, während er seinen Kopf still hält.
Und Glück hat das Geschöpf bei Weibern — kolossal! Wenn ich in ein Restaurant gehe — ich bin nämlich Junggeselle — dann sind die Kellnerinnen um ihn her, wie die Fliegen um den Zucker. Das kennt er schon. Er sitzt ruhig mitten drin…

Georg Hirth - Das Gehirn unsrer lieben Schwestern

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Das Gehirn unsrer lieben Schwestern.
Unter allen höheren Regungen und Bewegungen un­serer Zeit erscheint mir, rein menschlich betrachtet, als die schönste und interessanteste der Kampf unserer Schwestern um Gleichstellung mit dem starken, dem herrschenden und unterdrückenden Geschlecht; ja ich halte es für möglich, dass nicht etwa die sozialen und wirtschaftlichen Dissidien der Männerwelt — zum Theil recht dumme Sachen — dem kom­menden Jahrhundert seinen eigenthümlichen Stempel auf­drücken werden, sondern dass dieses Jahrhundert seine Welt­signatur recht eigentlich von der Lösung der »Frauenfrage« erhalten wird. Denn was wir bisher davon erlebt, das war und ist nur erst Vorpostengefecht. Man kann zwar nicht leugnen, dass unsere Schwestern schon manche Positionen errungen ha­ben, die früher uneinnehmbar schienen, und dass sie diese mit grossem Geschick vertheidigen und befestigen, aber die eigentlichen »Sperrforts« der Gleichberechtigung — denn sie wollen »uns« ja nicht verdrängen, sie b…