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Peter Altenberg - De natura hominum

De natura hominum von Peter Altenberg 

Jeder Mensch hat einen »infernalen« Selbsterhaltungstrieb, der ihn zwingt, unerbittlich, zu jeglicher Stunde sich mit seinem eigenen armseligen und eigentlich für die Mit- und Umwelt ziemlich gleichgültigen Lebensschicksale und vor allem dessen eventueller Verbesserung ununterbrochen zu beschäftigen! Diejenigen, die Dieses aus irgend einem Grunde jedoch unterlassen, verabsäumen diese rastlose Jagd nach eigener angeblicher Glückseligkeit, die haben von Schicksals Gnaden oder Ungnaden einen »Knacks« und rangieren infolgedessen in die Sorte »Dichter«, »Philosophen«, »Träumer«, »Narren«, »allgemein Lebensunfähige«! Oder sogar »pathologisch Veranlagte«. Ein Mensch, sei es Mann oder Frau, der zu wenig Selbsterhaltungstrieb von Natur aus miterhalten hat als Kampfwaffe im täglichen Dasein, ist bereits dadurch aber allein schon von selbst in eine höhere Rangsklasse befördert vom Schicksale, indem es ihm erspart bleibt, zu jeglicher Stunde um sein bißchen Wohlleben, oft gerade Unwohlleben, allzu emsig-wucherisch, also unanständig, zu feilschen und zu knickern! Der Selbsterhaltungstrieb des Einzelnen befördere eben die Menschheit im Ganzen, sagt man leichthin. Ja, wenn er in »gesunden«, ich möchte fast sagen, in religiösen Grenzen ausgeübt wird. Fiber so wie er heutzutage noch ausgeübt wird von der »Herde«, ist er für die Gesamtheit und ihr Wohl ziemlich verhängnisvoll!
Altruismus ist eine »Gnade des Schicksals« für Den, der dessen teilhaftig zu werden die günstigen Nerven hat! Man kann damit sogar Stoffwechselerkrankungen heilen, da die Freude, einem Anderen zu helfen, zu dienen, den physiologischen Stoffwechsel befördert, während Selbstsucht die schauerlich-unmenschliche Darmträgheit erzeugt und unterstütz! Das Schicksal straft gerecht, nicht nur »im Gewissen«, sondern ausgiebiger, vernichtender, im Körper direkt selbst!

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